Ursprung der Wahrheit

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andres
Sphinx
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Ursprung der Wahrheit

Beitragvon andres » 05.01.2008, 12:47

Ursprung der Wahrheit

Man stelle sich einen mittelgroßen, rauch- und wortgeschwängerten Raum vor. Einige Personen, auf verschiedenen Sitzgelegenheiten verteilt, unterhalten sich angeregt. Den Tisch zieren zahlreiche improvisierte Weingläser, unfunktionelle Aschenbecher und diverse Kaffeetassen. Es wird überregional getrunken: Pinotage aus Südafrika, Schwarzriesling aus der Umgebung, südamerikanischer Kaffee.

Das klassische Wiedersehen mit den klassischen Themen. Doch auch Neues: Der neue Wohnort, die neue Beziehung. Das Gespräch gewinnt mit gewissen Fragen an Tiefe: Ist der Determinismus der Psychologie nur eine Arbeitshypothese? Kann der Egoismus in summa etwas Gutes ergeben? Gibt es das Gute überhaupt? Eine vorsichtig geäußerte Meinung hier, schallender Widerspruch da, kurzum, ein prächtiges Gespräch. Unproduktiv, intellektuell und prächtig.

Allmählich dominiert eine Frage: Wohin heute Abend? Die Innenstadt lockt mit vielfältiger Unterhaltung. Mexikanische Kost und Tanz im Hacienda, das edlere Restaurant Atlantique oder doch der altbekannte Wirt um die Ecke? Die Summe aller Meinungen ergibt in diesem Fall keine Einigung, keinen Fortschritt. Und so erscheint das bestimmende, verdrängende, fast diskriminierende Element als notwendiges Übel. Weitere Gespräche, weiterer Weingenuss im roten Bock. Punkt.

Was also ist Wahrheit? Eine dominierende Meinung, geprägt, um die einzelnen Egoismen in eine Form zu pressen. Diese heißt: Überleben, Weiterleben, Fortschritt. Wirkung veredelt, Tradition verfestigt. Das wars? fragst du. Das wars! antworte ich und schreibe ein kleines W hinter das a=a.
werden.

Jack Swallow
Sphinx
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Re: Ursprung der Wahrheit

Beitragvon Jack Swallow » 06.01.2008, 00:12

a=a ist wohl allen klar...
a=a' bevorzug ich für mich...
:-))
"Dem schauenden Auge das Wort lassen" (Edmund Husserl)


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