Man sagt ein einzelner Dichter hätte die Euphorie ausgelöst.
Die Menschen wankten wie verstrahlte Tschernobyl-Rinder durch die Gegend. Ein Leuchten hing über ihren Hirnen, als ob sie eine Grubenlampe vor sich hertrügen. Sie kippten Heroin in den Tee. Ritzten ihre Füsse. Brannten mit ihren Zigaretten Löcher in Autoreifen. Schütteten Whisky in die Ascheglut, sodass stänig ein Brandgeruch über ihnen hing. Sie kauften sich protzige Villen, die sie nicht bezahlen konnten. Manch einer malte in verrücktem Herbstlicht riesige Kohlebilder mit einem Bunsenbrenner. In den Museen schrieen sich die Bilder an.
Ganze Städte, ja sogar einzelne Dörfer waren davon betroffen.
Ja, leider nur die Lyrikbände unseres Dichters gammelten in einem vereinsamten Antiquariat vor sich hin. Er hatte sich in seinem Dichterzimmerchen eingeschlossen und nichts von der Epiphanie der Menschen um ihn mitbekommen. Einsam kippte er seinen Rotwein in sich hinein.
Die Zeit der Epiphanie
Re: Die Zeit der Epiphanie
Ich hätte gern mehr Ausführungen gehabt zum Zusammenhang der Ephiphanie mit der Euphorie.
Man müsste das System seiner Widersprüche finden, indem man ruhig wird. Wenn man die Gitterstäbe _sähe_, hätte man den Himmel dazwischen gewonnen. (Elias Canetti)
Re: Die Zeit der Epiphanie
na ja, ganz ehrlich, ich finde es ein wenig platt, also klischee an klischee gereiht, da baut sich für mich kein wirkliches szenario auf, und um satirisch zu sein, ist es zu wenig überzogen, also irgendwo in so einem niemandsland dazwischen...
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