faltengebirge

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Patina
Prometheus
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faltengebirge

Beitragvon Patina » 12.04.2008, 18:55

Wie oft suchte sie in den Falten ihrer Bewusstseinsströme nach einer Art wie ihr. Die Schuld kann nicht getilgt werden. Die Gebirge sind zu hoch. Dabei sehnt sie sich einmal nach einem Tal, in dem sie spielen darf. Aber sie wandert nur auf diesem schmalen Grad, tänzelt, schreit und robbt dann auf allen Vieren wegen der Angst doch einmal zu fallen in das Tal. Sie weiß davon, wenn sie fällt, wird sie nicht spielen, sie wird tot sein. Denn die Tiefe ist das Unterbewußtsein, in dem sie nicht sein darf. Er ist damals nicht gefallen, als er tot war. Sie hat ihn gefunden. Er hing und schaukelte bei offenem Fenster im Badezimmer. Wenn sie heute nach oben schaut, schaukelt sie immer noch. Seitdem verwandelt sie Schmerz in Euphorie, wirft Gegenstände auf die Straße, hängt komische Bilder auf und schmeißt die Kinder raus. Schließlich sind sie schuld. Nein, nicht sie. Sie ist ja krank. Sie hat ihre eigene Welt in ihrem Faltengebirge Hirn und eine wie sie gibt es nicht noch einmal. Sie ist einzigartig, wie ein Edelweiß im Gebirge.

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